Auf einen Blick: Kariesprophylaxe

Photo eines Kindes

Gesunde Zähne sind wichtig für das persönliche Wohlbefinden. Sind sie beschädigt, können sie schmerzen, das Essen und die Aussprache erschweren und ein optisches Problem sein. Karies (Zahnfäule) ist der häufigste Grund für Beschwerden mit den Zähnen – besonders bei Kindern und Jugendlichen. Doch Karies ist kein unabänderliches Schicksal: Man kann vorbeugen und so die Wahrscheinlichkeit erhöhen, bis ins hohe Lebensalter weitgehend gesunde Zähne zu haben. Im Folgenden geben wir einen kurzen Überblick über die Möglichkeiten der Kariesprophylaxe. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Aspekten finden Sie hier.

Ursachen und Folgen von Karies

Karies entsteht durch das Zusammenwirken von Bakterien im Zahnbelag und häufigem Zuckerkonsum, wenn der Zahnbelag nicht regelmäßig genug entfernt wird. Zunächst bilden sich in den Zahnoberflächen kleine weiße Flecken, die sich dunkel verfärben können. Mit der Zeit bricht der Zahnschmelz weg und es entstehen fühl- und sichtbare Löcher. Karies kann den gesamten Zahn bis zur Zahnwurzel zerstören. Auch können sich das Zahnfleisch und weitere umliegende Gewebeteile entzünden.

Bedeutung von Fluorid

Zähne werden durch das Mineral Fluorid widerstandsfähiger. Es stärkt den Zahnschmelz und schützt ihn so vor Karies. Deshalb ist Fluorid in vielen Zahnpastasorten, aber auch anderen Produkten wie Mundspülungen enthalten. Das Mineral kommt zum Beispiel auch in verschiedenen Konzentrationen in Trinkwasser oder Mineralwasser vor. Zu viel Fluorid ist jedoch schädlich: Es kann bei Kindern während der Zahnbildung die Substanz der zweiten Zähne verändern. Von daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass Kinder nur geringe Mengen Zahnpasta verwenden. Aromatisierte Zahnpasten können problematisch sein, weil sie kleine Kinder dazu verleiten, sie herunterzuschlucken.

Zähneputzen

Studien zeigen, dass fluoridhaltige Zahnpasta Karies sehr effektiv vorbeugen kann. Regelmäßiges Putzen reinigt die Zähne – das Fluorid stärkt gleichzeitig den Zahnschmelz. Es ist weniger wichtig, mit welcher Art von Zahnbürste man putzt. Ob elektrisch oder per Hand, macht keinen großen Unterschied. Entscheidend ist vielmehr, wie man putzt und dass man nicht zu hart „schrubbt“. Welche Technik die richtige ist, hängt unter anderem vom Alter und der individuellen Mundgesundheit ab.

Zahnversiegelung

Karies entwickelt sich häufig in den Backenzähnen. In den Vertiefungen (auch Fissuren genannt) der Kauflächen können sich Bakterien dauerhaft festsetzen, besonders wenn diese sehr tief sind. Kindern und Jugendlichen wird deshalb eine Zahnversiegelung zur Vorbeugung angeboten. Dabei werden die Vertiefungen mit einem Kunststoff aufgefüllt, der als Schutzschicht dienen soll. Die Schutzschicht hält bei der Hälfte der Kinder länger als vier Jahre und kann in dieser Zeit das Kariesrisiko senken. Mehr darüber erfahren Sie hier.

Zahnseide und Interdentalbürsten

Es wird vermutet, dass der Zahnbelag in den Zahnzwischenräumen das Entstehen von Karies besonders begünstigt. Da normale Zahnbürsten den Zahnbelag dort nicht erreichen, wird häufig empfohlen, die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten zu reinigen. Interdentalbürsten sind kleine Bürstchen extra für die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume. Damit die Reinigung der Zahnzwischenräume Karies verhindern kann, muss sie sehr regelmäßig und gründlich durchgeführt werden. Ob Menschen mit sehr gesunden Zähnen, die ihre Zähne täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta reinigen, von einer zusätzlichen Reinigung profitieren, ist nicht ausreichend untersucht. Die Maßnahmen sind allerdings wichtig, um das Zahnfleisch gesund zu halten.

Mundspülungen, Zahnlacke und Zahngels

Manche Mundwässer, Zahnlacke und Zahngels enthalten Fluorid. Mit Mundwasser kann man die Zähne spülen, Zahngel oder -lack kann zusätzlich auf die Zähne aufgetragen werden. Diese Mittel können zwar bei Kindern und Jugendlichen Karies vorbeugen, sind aber kein Ersatz für das Putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Wenn man Zahngel ergänzend zum Putzen mit einem fluoridhaltigen Präparat anwendet, bietet es in der Regel keinen großen zusätzlichen Nutzen. 

Professionelle Zahnreinigung

Bei einer professionellen Zahnreinigung werden Zahnbelag und Zahnstein entfernt, die Zähne poliert und ein fluoridhaltiges Präparat aufgetragen. Besonderes Augenmerk gilt Stellen, die durch die alltägliche Mundpflege nicht erreicht werden, wie den Zahnzwischenräumen. Es gibt noch nicht ausreichend wissenschaftliche Untersuchungen, um sagen zu können, ob eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung Karies bei Menschen vorbeugt, die ohnehin eine gute Mundgesundheit haben und ihre Zähne gründlich putzen.

Weitere Vorbeugung

Es ist umstritten, in welcher Regelmäßigkeit eine zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung am sinnvollsten ist. Zweimal im Jahr, einmal oder weniger? Die häufigste Empfehlung ist, alle sechs Monate zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt zu gehen. Menschen, die eine sehr gute Zahngesundheit haben und ihre Zähne sehr gut pflegen, könnten von häufigen Zahnarztbesuchen jedoch weit weniger profitieren als Menschen, die es mit ihrer Zahnpflege nicht so genau nehmen. Von daher scheint es sinnvoll, den persönlichen Vorsorgebedarf mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt zu besprechen.

Unbestritten ist, dass der Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln das Risiko für Karies erhöht. Um Karies vorzubeugen, ist es daher sinnvoll, den Konsum von gezuckerten Getränken, Süßigkeiten und anderen zuckerhaltigen Lebensmitteln in Grenzen zu halten und insbesondere die Häufigkeit des Verzehrs zu begrenzen.

Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


  • Erstellt am: 18. März 2010 14:17
  • Letzte Aktualisierung: 12. April 2010 09:56
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  • Quellen:

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